Rette Sich, Wer Kann
Erzähl uns deine Geschichte

Was stimmt hier nicht?

Deutschland. Eine moderne Industrienation, deren Notfallversorgung kurz vor dem Kollaps steht. Der Grund: Unsere Notfallversorgung arbeitet in einem Gesundheitssystem, dessen Beteiligte untereinander nicht koordiniert sind. Ein System, das Leben retten will – aber es jeden Tag aufs Spiel setzen muss.
Deutschland, bist du noch zu retten?
Die Probleme und wie wir sie lösen können
Die Lösung:

ein Gesetz für alle

Deutschland braucht ein bundeseinheitliches Rettungs­dienstrahmengesetz, einheitliche Qualitätsstandards und eine unabhängige Instanz, die diese Standards kontrolliert und sanktioniert. Nur so können die Menschen in Deutschland überall gleich gut erstversorgt werden.
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Das PROblem:

Jedes Bundesland hat ein eigenes Rettungsdienst­­gesetz

Der Rettungsdienst liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Das führt dazu, dass es unterschiedliche Standards und Vorgaben in nahezu allen Bereichen gibt. In Hessen müssen die Einsatzkräfte zum Beispiel spätestens 10 Minuten nach dem Notruf bei dir sein, in Brandenburg sind es 15 Minuten. 5 Minuten Unterschied – ist doch nicht schlimm, findest du? Gehirnzellen beginnen schon ab 3-5 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr abzusterben – und zwar endgültig.
Die Lösung:

zentrale Steuerung
von Anrufern

In Deutschland gibt es die 112 für Notfälle. Und es gibt die 116117 für Anliegen, die kein medizinischer Notfall sind. Der Rettungsdienst könnte immens entlastet werden, wenn diese beiden Nummern digital vernetzt wären und Anrufe zentral gesteuert würden.

Ein Beispiel: Du rufst die 112 an. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in der Leitstelle entscheidet dann anhand einer standardisierten Abfrage, ob es sich um einen Notfall handelt oder ob statt des Rettungswagens vielleicht auch ein Arzt oder eine Ärztin des Bereitschaftsdiensts und in Pflegefällen ein Pflegedienst entsendet werden kann.

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Das PROblem:

Der Rettungsdienst rückt aus, obwohl er nicht erforderlich ist

Das führt dazu, dass er dann für lebensbedrohliche Notfälle nicht zur Verfügung steht. Denn: Die 112 wird häufig gewählt, wenn es sich nicht um einen akuten medizinischen Notfall handelt. Warum ist das ein Problem? Der Rettungsdienst muss auch in diesen Fällen ausrücken, weil sonst der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt sein könnte. Die Leitstelle kann immer nur ein Rettungsfahrzeug schicken. Ursache ist die fehlende Vernetzung zum ärztlichen Bereitschaftsdienst, zu Palliativ-Teams und anderen Dienstleistern aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich.
Die Lösung:

vereinheitlichen und Zugriff ermöglichen

Medizinische Patientendaten müssen einheitlich erfasst und ausgewertet werden, vom Notfallereignis bis zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben. Außerdem: Leitstellen müssen auf so viele Daten wie möglich zugreifen dürfen, um die Notfallsituation bestmöglich einschätzen zu können. Zusammen mit der zentralen Steuerung von Patientinnen und Patienten wird das Notfallsystem so viel wirksamer. Kooperationen retten Leben.

Wie eine mangelnde Vernetzung Leben gefährden kann, erfährst du hier:

Zur Story

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Das PROblem:

digitaler Flickenteppich

Die deutsche Notfallversorgung besteht aus ganz vielen Systemen, die nicht miteinander vernetzt sind. Medizinische Daten werden nicht standardisiert erfasst und schon gar nicht ausgetauscht. Das Ergebnis: Wenn du die 112 anrufst, kann nur ein Notfallrettungsmittel geschickt werden, weil die Leitstelle auf keine weiteren Hilfeleistungsangebote zugreifen kann. Hinzu kommt: Deutschland hat immer noch keine Patientenakte. In anderen Ländern kann der Rettungsdienst auf Gesundheitsdaten, wie z. B. Medikation, zugreifen. Dadurch kann sich auch die Notrufbearbeitungszeit reduzieren.
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Die Lösung:

ein bundes­einheitliches Ersthelfer-Alarmierungssystem

Ersthelferinnen und Ersthelfer können immer dort alarmiert werden, wo sie sich gerade aufhalten. Eine Alarmierung sollte deshalb bundesweit elektronisch über eine zentrale Schnittstelle erfolgen. In diese werden alle Ersthelfer-Alarmierungs-Apps integriert, um immer den nächsten Ersthelfer oder die nächste Ersthelferin zu alarmieren.

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Das PROblem:

Erste Hilfe ist nicht vernetzt

Das Gute ist: In Deutschland gibt es viele Ersthelferinnen und Ersthelfer. Denn in der Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, kann Erste Hilfe lebensentscheidend sein. Nicht so gut ist: Es gibt kein einheitliches Alarmierungssystem in Deutschland. Stattdessen viele kommerzielle Ersthelfer-Apps, die nicht miteinander vernetzt sind.
Die Lösung:

Ausbildung und Kompetenzen vereinheitlichen

Ein bundeseinheitlicher Standard führt dazu, dass Patientinnen und Patienten in allen Bundesländern die gleiche Qualität bei einer Behandlung erwartet. Zudem müssen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter darauf vertrauen können, dass ihre Arbeit in ganz Deutschland einheitlich und rechtssicher anerkannt wird.

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Das PROblem:

unterschiedliche Fachausbildungen

Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter haben von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Kompetenzen. Und sogar ihre Ausbildung differiert.
Die Lösung:

Der Bund muss unterstützen

Die Vorhaltung der Notfallrettung soll durch Steuermittel des Bundes finanziert werden, so, wie bei Feuerwehr und Polizei. Denn sie stellt in vollem Umfang eine Daseinsfürsorge dar. Die Inanspruchnahme der medizinischen Leistung und der Transport sind von den Krankenkassen zu übernehmen.

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Das PROblem:

Das System arbeitet nicht immer in unserem Sinn

Derzeit wird der Transport ins Krankenhaus vergütet, nicht aber die medizinische Leistung. Das führt dazu, dass der Patient oder die Patientin häufig ohne medizinische Notwendigkeit in ein Krankenhaus transportiert wird. Dort beginnt eine teure Versorgungs- und Untersuchungskette, die nicht immer nötig wäre.

„DAS SYSTEM DER HEUTIGEN NOTFALL­VERSORGUNG GEFÄHRDET MENSCHEN­LEBEN.“

Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung
Es geht um alles

Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung, hat 1969 seinen Bruder verloren. Der tragische Unfalltod von Björn Steiger hätte verhindert werden können, wenn es damals eine funktionierende Notfallrettung gegeben hätte. Heute ist vieles besser – aber noch lange nicht gut genug, um das Schlimmste zu verhindern: den unnötigen Verlust von Menschen, die man liebt.

HILF UNS DABEI, UNSERE
ZIELE ZU ERREICHEN

Es muss sich etwas ändern. Wir benötigen bundeseinheitliche Vorgaben und Gesetze. Wir als Bürgerinnen und Bürger können entscheidend Einfluss nehmen, indem wir öffentlich Druck auf die Politik machen. Hilf mit, Leben zu retten. Denn es geht auch um dein eigenes.

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ERZÄHLE UNS
DEINE GESCHICHTE

Du warst schon einmal in einer Notsituation und hast am eigenen Leib erlebt, welche Konsequenzen das aktuelle Notfallsystem hat? Oder du arbeitest im Rettungsdienst und siehst tagtäglich, wie Verordnungen dich in deiner Arbeit einschränken? Dann berichte uns davon.

Wir behandeln deine Daten und deine Geschichte natürlich anonym!

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die Björn Steiger Stiftung

Die Björn Steiger Stiftung engagiert sich seit 1969 für die Verbesserung der Notfallversorgung. Meilensteine dieses Engagements sind zum Beispiel die Einführung des BOS-Sprechfunks im Krankentransport und Rettungsdienst sowie die Entwicklung des ersten modernen Rettungswagens. Zu den größten Errungenschaften der Stiftung zählt unter anderem die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112.

Studien, technische Weiterentwicklungen, Schulung der Bevölkerung in Wiederbelebung sowie permanentes Aufzeigen von Defiziten aber auch Lösungen in der Notfallversorgung sind heute permanente Stiftungsarbeit.

Mehr zur Stiftung
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